

Zentrum für bisexuelle Lebensweisen



















Unterstützung, Hilfe, Beratung, Therapie
für Bisexuelle und deren PartnerIn
in Lebenskrisen und Partnerschaftkonflikten.
Telefonische Beratung : 0700 - BIBERATUNG
oder
03328 - 30 91 81 ( 10-19 h )
Das Zentrum für bisexuelle Lebensweisen - z.Bi -
ist 1994 in Berlin als Erweiterung und Ergänzung des Beratungs- und Krisen-Telefons des Bisexuellen Netzwerks - BiNe e.V. - entstanden und bietet
Unterstützung, Hilfe, Beratung, Therapie für Bisexuelle und deren Partner telefonisch und in Workshops für Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet.
Das zBi ist einmalig in seinem Schwerpunkt als Coaching-Zentrum für "ungewöhnliche" Beziehungsformen und Partnerschaften.
Unser Ziel
ist die Unterstützung der Persönlichkeitsentfaltung von bisexuellen Menschen und deren PartnerInnen und Freunden, sowie das Coaching von Partnerschaften (egal, wie viele Menschen daran beteiligt sind!), in dem destruktive Verhaltensmuster durch konstruktive Beziehungsstrategien ersetzt werden und die Bedürfnisse aller Beteiligten zum Tragen kommen können.
Unsere langjährige Erfahrung ermöglicht es uns, Menschen, die bereit sind , sich ihrer Wahrheit zu stellen, optimal zu unterstützen.
Der Name unseres Berliner Treffpunktes "care&share" ist somit zugleich Programm unserer Arbeit: Es geht darum, für einander Sorge zu tragen, sich zu achten und zu unterstützen (to care) und all das, was die persönliche Wahrheit ausmacht - die Emotionen, Wünsche und Hoffnungen ebenso wie die Ängste und Hemmungen - miteinander zu teilen (to share).
Es geht uns darum, das Besondere und Einzigartige bisexueller Menschen zur vollen Entfaltung und Blüte zu bringen und damit dazu beizutragen, dass Bisexuelle ein glückliches, erfüllendes Leben voller Lust und Freude genießen.
Unser Angebot
hat zwei Schwerpunkte:
LOKAL: dieser Teil unseres Angebotes sind Abendveranstaltungen und ist zugeschnitten für die Region Berlin/Brandenburg.
BUNDESWEIT: Wir bieten Wochenend-Veranstaltungen an, die sich an Interessierte im gesamten Bundesgebiet richten.
Was wir nicht sind: Pärchen-Club, Partner-Vermittlung, Porno-Versand usw.!
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Leitung
Dr. rer. nat. Jürgen Höhn
Ausbildung in körperorientierten Psychotherapieverfahren:
Biodynamik, Rebirthing;
mehrjährige Fortbildung in:
Bioenergetik, Holotroper Atemarbeit, Gestaltarbeit, Familienstellen;
Spezialitäten:
Traumdeutung, Meditation, Energiearbeit, Transpersonale Psychologie, Tiefenmassage.
Bettina Wessolowski, Sozialpädagogin
mehrjährige Fortbildung in:
Gestaltarbeit, Suchtprophylaxe, Atemarbeit nach Middendorf, Tanz- und Bewegungsarbeit, Biodanza
Schwerpunkte:
Stärkung deiner persönlichen Ressourcen
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Ein Interview mit den beiden "Machern" vom Zentrum für bisexuelle Lebensweisen.
Auszüge aus einem Gespräch, das die Journalistin Isabella Winkler für die Zeitschrift "Bijou" mit den beiden führte.
Frage: Was bedeutet für Euch z.Bi?
Jürgen:
z.Bi, das ist für mich die logische Konsequenz meines Lebens. Ich arbeite seit ca. 20 Jahren körper-psycho-therapeutisch und bin bisexuell.
Da lag es auf der Hand, die Erfahrungen meines eigenen Lebensweges auch anderen zugänglich zu machen. Ich habe gegen alle ideologischen Vereinnahmungsversuche von Heten und Homos meinen eigenen Weg finden müssen. Und ich sah, dass sehr viele andere ganz ähnliche Konflikte durchlebten.
Also habe ich die "Werkzeuge", die mir halfen, meine Wahrheit zu finden und dazu zu stehen, für andere Bisexuelle in Form eines Gruppen-Prozesses zur Verfügung gestellt.
Bettina:
Am Anfang waren es Gesprächskreise und Selbsterfahrungsgruppen mit dem Schwerpunkt auf Coming-Out-Probleme.
Dann stellte sich jedoch heraus, dass nach der Coming-Out-Phase viele Probleme noch nicht gelöst sind, bzw. neue Konflikte auftreten. Probleme in der Partnerschaft, Eifersucht, Missverständnisse mit krisenhafter Zuspitzung.
So haben wir weitere "Werkzeuge" entwickelt, die helfen sollen, im bisexuellen Alltag mit den Klippen und Schwierigkeiten umzugehen.
Frage: Welche Konflikte sind denn nach dem Coming-out für Bisexuelle typisch?
Bettina:
Das hängt von der Lebenssituation ab. Bisexuelle, die in einer Partnerschaft leben und dann zusätzliche Liebesbeziehungen oder sexuelle Verhältnisse eingehen, haben in der Regel Auseinandersetzungen um Treue, Zuverlässigkeit und Verantwortung zu führen. Sie müssen mit ihren eigenen Schuldgefühlen und der Eifersucht, den Ängsten und Verunsicherungen ihrer PartnerIn klarkommen. Sie wollen evtl. auch auf ihre Kinder Rücksicht nehmen.
Häufig ist es auch so, wenn der/die PartnerIn anfängt seine/ihre Bisexualität offen in die Partnerschaft zu integrieren, gerät die gesamte Partnerschaftsstrategie ins Wanken. Schwierigkeiten, die im Grunde schon lange bestanden haben, treten nun offen zu Tage.
"Wie ehrlich oder unehrlich waren wir bisher miteinander?" - "Wie viel Raum für eigene Bedürfnisse war bisher in unserer Beziehung möglich?" - "Bin ich bereit, dem anderen zuzuhören ?" - "Bin ich wirklich glücklich?" - diese und ähnliche Fragen tauchen auf und es ist zum Teil schmerzlich, sich den Antworten zu stellen.
Jürgen:
Singles haben es da etwas einfacher. Wenn sie Singles bleiben wollen! Aber viele pendeln hin und her und fühlen sich nirgends zuhause. Oder fühlen sich von beiden Seiten bedrängt, eine Entscheidung zu treffen, zu welchem Ufer sie denn nun wollen.
Nach meiner Kenntnis gibt es für Menschen keine Möglichkeit, wirklich glücklich und zufrieden im Leben zu sein, wenn man/frau nicht bereit ist, die eigene Wahrheit, die eigenen Bedürfnisse und Sehnsüchte ernst zu nehmen und notwendige Schritte zu tun.
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LESEPROBE aus der Broschüre:
"Gedanken zu einer Ethik für (bisexuelle) Menschen in Liebesbeziehungen"
Kapitel 1
Bisexualität
Die in dieser Welt am meisten verbreitete Lebensform dürfte wohl die heterosexuelle Zweierbeziehung - in der Regel als Ehe - sein. Aber diese Konstruktion verdankt ihre Existenz eher dem Wunsch nach Sicherheit und Schutz weltlicher Güter als dem Wunsch nach Unterstützung der himmlischen Liebe.
Die in der Geschichte der Menschheit sehr junge "Liebesheirat" war - wenn man diese vom Blickwinkel des innewohnenden Anspruchs her ("bis dass der Tod euch scheidet") mit der momentanen Scheidungsrate (in Großstädten bis zu 60%) konfrontiert - keine sehr erfolgreiche Idee.
Für Menschen, die die Ideologie einer Zweierbeziehung bevorzugen (und das sind sicherlich die meisten Hetero-, Homo- und Bi-Sexuellen), besteht die Möglichkeit eine Illusion aufrecht zu erhalten: Die lebenslange Monogamie wäre möglich, wenn man/frau nur den/die richtige(n) PartnerIn gefunden hätte.
Alle Beziehungsformen, die von diesen Menschen tatsächlich in der Realität gelebt werden, können immer wieder als Übergangsmodelle (z.B. zeitliche Überschneidung von mehreren Partnerschaften in einer Phase der Umorientierung), als moralische Verfehlungen (Affäre, Seitensprung) oder auch als "Notlösungen" (z.B. Prostitution) bezeichnet und dadurch ihrer Ernsthaftigkeit entkleidet werden. Im Hintergrund lauert ständig die Illusion von der "großen Liebe". Die praktizierte Doppelmoral entpuppt sich so als schattenhafter Begleiter eines illusionären Anspruchs.
Erst für nichtmonogame Bisexuelle wird klar, dass die tatsächlich gelebten Beziehungsformen (Dreierbeziehung, Mehrfachbeziehung usw.) nicht temporär erlittene Notlösungen sein können, sondern in auf Dauer tragfähige Konstruktionen überführt werden sollten. Der Anspruch einiger bisexueller Menschen, die tatsächlich vorhandenen Gefühle der Anziehung
und der Verbundenheit mit verschiedenen Menschen (und nicht eine kulturell verordnete Illusion der lebenslangen, monogam ausgerichteten Anziehung) zu einer Grundlage der eigenen Lebensform zu machen, stellt das traditionelle Zwei-Personen-Modell grundsätzlich in Frage.
Monogame Strukturen sind für viele Bisexuelle, deren Begehren sich ja definitionsgemäß in zwei Richtungen bewegt, auf Dauer nicht tragfähige Kompromisslösungen. Das ist dann vermutlich eine der Ursachen dafür, dass die Zweierbeziehungen von monogam lebenden Bisexuellen oft von Einengungsgefühlen begleitet sind. Es besteht die Möglichkeit, dass die ständige Frustration auch schwächerer Anteile des bisexuellen Triebgeschehens zu einer kontinuierlichen Anhäufung negativer Gefühle führt, die sich dann plötzlich eruptiv entladen können.
Aus meiner Sicht ist die Bisexualität damit zum Anlass geworden, Strukturen von und Verhaltensweisen in Liebesbeziehungen prinzipiell auf deren begünstigenden oder hinderlichen Einfluss auf die Liebesfähigkeit der Beteiligten zu untersuchen. Kann die monogame Zweierbeziehung die Liebesfähigkeit der Partner unterstützen oder unterminiert sie diese? Wie verhält sich im Vergleich dazu eine offene, ehrlich-polygame Lebensform? Was unterstützt den Lebensprozess, der - um zu gelingen - ein Prozess der Herzöffnung sein muss? Was lässt die Liebe frei fließen? Könnte eine solche freie Form der Liebe die Struktur der Zukunft sein?
Vielleicht ist die Wahrnehmung und Verwirklichung unserer Bisexualität ein unerwartetes Geschenk, eine großartige Bereicherung, deren Wert darin liegt, dass sie uns dazu zwingt, aus der schläfrigen Unbewusstheit des alltäglichen Trotts aufzuwachen und unsere Gefühle und Bedürfnisse auch gegen alle Konventionen und den Widerstand der Umgebung ernst zu nehmen.